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Lange Lkw gefordert

17. August 2006

Markenverband und HDE wollen bundesweite Pilotversuche / Von Elisabeth Kapell

LZ|NET. Der Verband der Markenartikelhersteller sowie der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) plädieren dafür, den Pilotversuch mit überlangen Lkw auf das gesamte Bundesgebiet auszudehnen.

Vor dem Hintergrund der Zentralisierung von Produktions- und Lager-standorten sehen Hersteller und Handel Vorteile.

Bisher nur in Niedersachsen
Bisher laufen die Pilotversuche mit den so genannten Gigalinern nur in Niedersachsen. Bis zum Juli 2007 wird dort der Einsatz des Fahrzeug-Gespanns mit einer Gesamtlänge von 25,25 Meter getestet.

Jetzt hat sich der HDE gemeinsam mit dem Markenverband in einem offenen Brief an Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee dafür ausgesprochen, die Pilotprojekte bundesweit zuzulassen.

"Wir wollten im Vorfeld der geplanten Messe IAA Nutzfahrzeuge Stellung beziehen, sagt Ulrich Binnebößel. "Die Versuche auf nur wenigen Strecken sind nicht so aussagekräftig", so der Geschäftsführer des Arbeitskreises Lager und Transport beim HDE.

Zentralisierung ließe sich mit Gigalinern optimieren
Beide Branchen profitieren von einer "Flexibilisierung der Laderaumvolumina und von einer effizienteren Transportlogistik" lautet die Argumentation der Interessenverbände.

Sowohl die Markenartikelhersteller als auch die Handelsunternehmen haben in den vergangenen Jahren Produktions- und Lagerstandorte zentralisiert, deren Belieferung sich mit den neuen Gigalinern optimieren lasse.

"Zwischen Hersteller und Zentrallager wäre es durchaus möglich mit längeren Fahrzeugen und mit höheren Gewichten zu fahren", so Binnebößel. Damit könnten Mehrfachfahrten pro Tag auf einen Transport reduziert werden.

Für die Filialbelieferung nicht geeignet
"Wir sind auch kurzfristig an Tests interessiert", sagt Heinrich Gerads, Leiter Logistik national der Kaiser's Tengelmann AG, Viersen. Es gebe bereits grobe Überlegungen über die Einsatzmöglichkeiten der langen Trucks, die der Handelsexperte im innerbetrieblichen Verkehr sieht.

"Die Transporte zwischen dem nationalen Lager und den Schnelldreherlagern kommen dafür in Frage," sagt der Logistikexperte. Für die Filialbelieferung sind die übergroßen Gespanne nicht geeignet, heißt es auch bei den Logistikexperten der Metro AG.

In der Beschaffungslogistik sei der Einsatz der langen Lkw denkbar, doch bisher gebe es dazu noch keine Gespräche mit den Dienstleistern.