|
Bio-Lachs im Kommen
15. März 2007
Dynamischer Markt erwartet - Rohstoffbeschaffung ist Thema
LZ|NET/kai. Der Bio-Boom schlägt jetzt auch bei Lachs durch. Die Lieferanten sind vor allem Öko-Fischfarmen in Schottland und Irland.
Die deutschen fischverarbeitenden Unternehmen erwarten künftig einen wachsenden, dynamischen Markt für Bio-Lachs. Vereinzelt spricht man von rund 10 Prozent Wachstum. Die Lachsproduktion in Europa betrug im Jahr 2006 rund 660 000 t. Davon entfielen 10 000 t auf Bio-Lachs, also rund 2 Prozent. Vor allem Fischfarmen aus Schottland und Irland haben hier eine Nische gefunden.
Die Rohstoffbeschaffung - die Preise liegen rund 25 bis 30 Prozent über dem konventionell erzeugten Lachs - wird derzeit unterschiedlich bewertet: "Wir haben gute Kontrakte", so Andreas Kremer, Leiter Unternehmenskommunikation bei der Deutschen See in Bremerhaven. Der Branchenprimus bietet einen Bio-Lachs aus Schottland an, der nach den Regeln der britischen Soil-Association zertifiziert ist.
Staatliches Bio-Siegel lässt auf sich warten
Die Gottfried Friedrichs KG, Hamburg, die seit Anfang März 2007 einen geräucherten Bio-Lachs aus Irland auf den Markt bringt, spricht von einer ausreichenden Rohstoffbeschaffung. "Zusammen mit dem World Wide Fund for Nature (WWF) unterhalten wir ein Projekt zur langfristigen ökologischen Verbesserung der Lachs-Aquakulturen", so Marketingleiterin Kathrin Runge. Jede Packung Biolachs enthalte den WWF-Einkaufsführer Fisch.
Theo Jansen, Vertriebschef der Wechsler Feinfisch GmbH in Erftstadt-Friesheim beurteilt den Einkauf hingegen kritischer: "Wir beziehen zirka 160 t Biolachs aus Irland, der nach den Naturland-Richtlinien zertifiziert ist. Da bei diesem Siegels nur drei Bio-Lachsfarmen in Frage kommen, werden die Ressourcen langsam knapp."
Fast alle Bio-Lachs-Anbieter setzen auf das Naturland-Siegel. Noch sind Öko-Aquakulturen nicht in der EG-Ökoverordnung enthalten. Das bei den Verbrauchern bekanntere staatliche Bio-Siegel bleibt somit erst einmal außen vor. Die Aufnahme könnte jedoch bis 2009 in trockenen Tüchern sein. Die Bio-Zertifizierung von Wildfängen ist jedoch nicht möglich, da man in der Regel nicht feststellen kann, wo sich die Fische aufhalten und was sie fressen.
|