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Handel hofft auf 2008
20. September 2007
HDE halbiert Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2007
LZ|NET/sr. Trotz der die Konjunktur dämpfenden Auswirkungen der US-Hypothekenkrise ist der deutsche Einzelhandel optimistisch in die zweite Jahreshälfte gestartet. Für das Gesamtjahr rechnet der Handelsverband HDE allerdings nominal nur noch mit einem leichten Umsatzzuwachs von 0,5 Prozent. Bisher war der Verband von einem Plus von 1 Prozent ausgegangen. "Die Rahmenbedingungen für eine positive Entwicklung des Einzelhandels sind günstig," prognostizierte der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels
(HDE) nach Auswertung seiner jüngsten Konjunkturumfrage: "Die Unternehmen blicken hoffnungsvoll auf das zweite Halbjahr."
Immerhin 39 Prozent der befragten Unternehmen rechneten mit steigenden Umsätzen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, 21 Prozent befürchteten dagegen Umsatzrückgänge.
Textilanbieter zuversichtlich
Besonders zuversichtlich sind nach Feststellung des Verbandes der Lebensmittelhandel und Textilanbieter, die nach Einschätzung des HDE vor allem von der positiven Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt profitieren werden: "Die Umsatzerwartungen erreichen annähernd den Stand des Vorjahres," sagte HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth am Dienstag in Düsseldorf.
Das sei ein guter Wert, denn Ende vergangenen Jahres machten sich Vorzieheffekte wegen der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung bemerkbar. Enttäuscht sei der Handel dagegen über den Verlauf der ersten Jahreshälfte: "Der Saldo aus positiven und negativen Umsatzmeldungen rutschte im ersten Halbjahr deutlich ins Minus," bilanzierte der HDE.
Insgesamt konnten nur 34 Prozent der Unternehmen in diesem Zeitraum ihren Umsatz steigern, 41 Prozent hatten Einbußen. Auch die Renditen hätten sich abermals verringert. Als Grund für die schlechte Entwicklung macht der HDE vor allem die gestiegene Mehrwertsteuer aus.
Merklich gedämpft
Die Erhöhung habe den Konsum merklich gedämpft. Auch müssen die Deutschen immer mehr Geld für andere Posten ausgeben, wie Miete, Heizung oder ihre Altersvorsorge.
Steigende Energiepreise treiben die Nebenkosten in die Höhe und belasten das verfügbare Einkommen. Trotz des kräftigen Wirtschaftswachstums seien die Verbraucher in den ersten Monaten des Jahres vorsichtig geblieben, analysiert der HDE. Am Einzelhandel sei der Aufschwung bislang weitgehend vorbei gegangen.
Die Erwartungen für das Jahr 2008 bleiben dennoch hoch: "Im kommenden Jahr könnte die bessere Einkommensentwicklung endlich auf den Konsum durchschlagen, hofft Genth.
Erwartung gedämpft
Damit setzt sich der HDE von dem pessimistischeren Ausblick führender Wirtschaftsforschungsinstitute etwas ab. Finanzmarktprofis dämpfen vor dem Hintergrund der US-Kreditkrise ihre Erwartungen für die deutsche Konjunktur.
Das Essener RWI erwartet etwa, dass die heimische Wirtschaft nur noch um 2,3 statt wie bisher angenommen um 2,6 Prozent zulegen werde. Auch das Konjunkturbarometer des Mannheimer ZEW sank im September überraschend deutlich und zum vierten Mal in Folge.
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