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Die Märkte haben sich verschoben


Sanpareil will in Deutschland wieder mehr Umsatz machen – Bedienungsgeschäft überwiegt

Kapelle-op-den-Bos, 27. Juli. Die Sanpareil NV, Kapelle-op-den-Bos, hat in Deutschland viel vor. Der Pastetenhersteller will durch Innovationen seinen Marktanteil in diesem Markt wieder deutlich steigern. "Früher lag die Umsatzbedeutung von Deutschland bei über 30 Prozent", erinnert sich Dirk Peeters, seit 1997 amtierender Geschäftsführer des rund 100 Mitarbeiter starken Unternehmens. Mittlerweile hat jedoch Großbritannien als wichtigstem Markt für belgische Pasteten Deutschland den Rang abgelaufen: Im vergangenen Jahr entfielen rund 26 Prozent des Umsatzes auf den britischen Markt, gefolgt von Belgien mit rund 23 Prozent sowie Deutschland mit fast 22 Prozent. Insgesamt steht das Exportgeschäft für fast 80 Prozent der Umsätze. Auf dem englischen Markt ebnete Sanpareil nicht zuletzt die 1998 erlangte BRC-Zertifizierung, 2003 als "Higher Level", den Weg. Peeters zufolge erlöst Sanpareil heute mit seinem breiten Angebot an SB- sowie Bedienungsartikeln im Bereich Pasteten über 90 Prozent des Umsatzes von rund 10,5 Mio. Euro (Schätzung für 2006) in Deutschland, Großbritannien, Belgien, Holland, Dänemark, Schweden und Österreich. Geschäftsbeziehungen bestehen auch nach Frankreich, Tschechien, Irland und in die Schweiz. Rund 67 Prozent des Pasteten-Umsatzes erziele das 1960 gegründete Unternehmen mit SB-Artikeln. Bereits 1965 war Sanpareil ins Exportgeschäft eingestiegen, zunächst nach Deutschland, Holland, Luxemburg und Frankreich. "Mit belgischer Pastete verhält es sich wie mit belgischer Schokolade", so Peeters zum Image und zur weltweiten Bekanntheit der landestypischen Erzeugnisse.

Konkret erhofft sich Peeters für die 2005 eingeführte "Paté Deli" ab September "den Durchbruch in Deutschland". Die atmos-verpackte 1 kg-Pastete auf Tablett mit Scheibenindikation für die Bedienung sei sehr handling-freundlich, so Peeters. Mit einem Umsatzanteil von rund 60 Prozent ist das Bedienungsgeschäft für Sanpareil in Deutschland wichtiger als das SB-Geschäft. Deutschland sei für Sanpareil sogar der wichtigste Absatzmarkt für Bedienungs-Produkte, wie Peeters erklärt. Seit über 20 Jahren ist R & S der deutsche Vertriebspartner für Sanpareil. Bei dieser Gewichtung spürt Sanpareil allerdings auch die rückläufige Tendenz im Bedienungsgeschäft in Deutschland und Europa. Dabei sei die Situation in anderen Ländern noch viel extremer als in Deutschland: "In Skandinavien ist die Bedienungstheke fast tot", erklärt Peeters. Nach Großbritannien liefert Sanpareil nur 2 Prozent der Ware in Form von Bedienungsartikeln. Dieser Markt entscheidet sich auch durch den sehr hohen Private-Label-Anteil (rund 95 Prozent) von den anderen Sanpareil-Absatzmärkten. In Deutschland beispielsweise tritt der Hersteller eher unter seinen Marken "Sanpareil" und "De Valk", letztlich für höherpreisige Produkte, auf. Generell entfalle rund die Hälfte der SB-Produktion auf Handelsmarken.

Die Preispositionierung beschreibt Peeters als "nicht billig, denn wir produzieren seit vierzig Jahren Qualität". Hierzu zähle auch die traditionelle Herstellungsweise der Pasteten mittels "warmer Produktion": Das frische Fleisch wird vor der Verarbeitung nochmals gekocht. Daneben setze Sanpareil auf neueste Verpackungstechniken. Das Unternehmen verfügt über eine Produktionskapazität von rund 5 000 t pro Jahr. ska

LMZ 28.07.2006