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Frankreichs Discounter ausgebremst
Marktanteil stagniert erstmals seit Jahren - Vollsortimenter mit erfolgreicher Gegenoffensive

Die Luft für Frankreichs Discounter wird dünner. Nach Jahren kontinuierlichen Wachstums scheint die Vertriebsform im Nachbarland erstmals auf der Stelle zu treten.
Ein flächenbereinigtes Umsatzminus von 1 Prozent hat es dort in den vergangenen Jahren nicht gegeben. Inklusive Expansion kommen die Discounter lediglich auf 0,1 Prozent Wachstum.
Zwar gibt es keine aktuellen Übersichten über die absoluten Discount-Umsätze, doch zumindest die Entwicklung der Marktanteile gibt einen Hinweis auf Trends und Verschiebungen innerhalb des Marktes.
Danach stagnieren Frankreichs Discounter erstmals seit mehr als fünf Jahren. Nach Zahlen von TNS Worldpanel musste Marktführer Lidl ebenso wie der zu Casino gehörende Discounter Leader Price Einbußen hinnehmen.
Geringer Marktanteil
Beide verloren jeweils 0,2 Prozentpunkte Marktanteil. Damit kommt Lidl jetzt auf 4 Prozent, Leader Price liegt bei 3,3 Prozent. Gewinner ist dagegen der Carrefour-Discounter ED, der in gleicher Größenordung gewann. Auch Aldi legte zu und baute seinen Marktanteil um 0,1 Prozentpunkte auf 2,1 Prozent aus.
Die Bedeutung des Discounts für den Lebensmittelhandel insgesamt ist jedoch nach wie vor nicht annähernd vergleichbar mit der in Deutschland, wo die Discounter mittlerweile gut 40 Prozent Marktanteil haben.
In Frankreich sind es gerade einmal 13,3 Prozent. Das ist eine Steigerung von 0,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In den vergangenen vier Jahren hatten sie jährlich noch stets einen Prozentpunkt drauflegen können.
Doch gerade im vergangenen Jahr haben ihnen vor allem die preisaggressiven Vollsortimenter einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Vor allem die SB-Warenhäuser mit Carrefour an der Spitze haben einen wahren Preiskrieg entfacht, um die eigenen Umsatzprobleme zu lösen und zugleich die Discounter in die Schranken zu weisen.
Preiskrieg gegen Discount
Die eigenen Umsätze konnten sie damit nur bedingt ankurbeln, die Discounter konnten sie unter anderem mit der offensiven Preispolitik allerdings spürbar ausbremsen. Alle Anbieter stellen mehr und mehr heraus, dass auch sie einen Teil ihres Sortimentes zu Discountpreisen anbieten.
"Man kann nicht leugnen, dass die Wendung zu den Preiseinstiegsmarken und die Antwort der Vollsortimenter Gewicht hatten", zitiert das französische Fachblatt LSA ED-Chef Jean-Pierre Granié.
Die Preiseinstiegslagen haben mittlerweile im Discount einen Umsatzanteil von gut 25 Prozent. Genau dort haben die Vollsortimenter den Discount zumindest kurzfristig mit Erfolg angegriffen.
Große Sortimente
"Die Zeit der großen Eroberung ist vorbei", bringt es Annick Vergne, Marketing-Chefin des Carrefour Discounters ED, auf den Punkt. Trotzdem bleibe noch viel Potenzial für den Discount, obwohl die Flächen durch staatliche Regulierung meist auf 300 qm begrenzt sind.
Bei ED rechnet man damit, dass die Discounter in Frankreich ihren Marktanteil auf etwa 20 Prozent ausbauen können.
Allerdings muss die Vertriebsform in Frankreich auf weniger Fläche deutlich größere Sortimente anbieten, um die Erwartungen der Kunden zu erfüllen. Vor allem die einheimischen Anbieter setzen discountuntpyisch auf ein breites Angebot.
So führt der Carrefour-Discounter ED über 2 000 Artikel und damit fast doppelt so viele wie Wettbewerber Aldi.
Die deutschen Discounter haben sich an die französische Konkurrenz angepasst, obwohl gerade Aldi Sortimentsausweitungen grundsätzlich vorsichtig angeht, um die Kostenstruktur nicht zu belasten.
Lidl an der Spitze
Sowohl bei Aldi wie auch bei Lidl ist aber inzwischen eine deutliche Sortimentsausweitung zu beobachten. Innerhalb eines Jahres haben sie ihr Angebot um etwa 25 Prozent erweitert.
Die Flächenexpansion haben alle Discounter im vergangenen Jahr weiter vorangetrieben. Etwa 280 Märkte sind hinzu gekommen. Sämtliche Discount-Anbieter betreiben in Frankreich mit rund 3 800 Märkten immer noch weniger Filialen als Aldi alleine in Deutschland.
Die Position des Discount-Marktführers behauptet in Frankreich seit Jahren Lidl, der mit derzeit etwa 1 200 Filialen mit Abstand größter Discounter ist.
Nach der Übernahme von mehr als 100 Penny-Märkten der Rewe ist der Carrefour-Discounter ED mit rund 800 Märkten die Nummer Zwei im französischen Markt. Damit hat ED von der Anzahl der Märkte inzwischen Aldi überholt. Die Essener rangieren in Frankreich mit rund 700 Märkten auf Rang Drei. LZ|Net/hjs.
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